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Neubau Werkstätten Berufsschulzentrum in Bad Mergentheim

2009
Lph 1-8
Nettogrundfläche 2.806 m2
Umbauter Raum BRI 17.440 m3

Das bisherige Werkstattgebäude war mehr oder weniger baufällig und hat einen Neubau erfordert. Die Anforderungen an diesen Neubau ergaben sich einmal aus den geforderten Programmflächen entsprechend den Vorgaben des RP und andererseits aus den Vorgaben des Bauherrn (Main-Tauber-Kreis) bezüglich der Kosten. Das Grundstück ist schwierig, weil es durch Bestandsgebäude und die Natur (Wachbach) einen eher ungewöhnlichen Zuschnitt hat. Es ist sehr lang, dabei trapezförmig zugeschnitten und auf der Ostseite durch den Hang und die Kaufmännische Schule, auf der Nordseite durch den Bestand und auf der Südseite durch einen Fussweg beschränkt.
Das Konzept besteht aus drei gleich großen Hallen mit jeweils ca. 35 / 15m als „Leichtkonstruktion“ mit Platz für große Werkstätten und deren Nebenräume. Die Hallen gliedern durch ihre Lage, Form, Abmessung und Materialwahl die sehr große Baumasse. Die Hallendächer werden als Pultdach ausgeführt, welches dem natürlichen Geländeverlauf folgt und eine natürliche Belüftung durch geschickt angeordnete Fensterflügel ermöglicht. In massiver Sichtbetonbauweise erstellte Flachdachbereiche bilden einerseits im Westen den Übergang in die Landschaft und erfüllen andererseits - zwischen den Hallen - die üblichen Anforderungen an den Brandschutz. In ihnen sind außerdem 4 weitere Werkstätten sowie die meisten Sanitärräume und die Erschließungsflure angeordnet.
In erfolgreichen Betrieben wird heute nicht mehr „abgeschottet“ gearbeitet. Transparenz, Teamarbeit und bereichsübergreifender Wissensaustausch ist gefragt. Deshalb werden hier im Gebäude alle Werkstätten immer mit großen Glasflächen zu den Fluren hin geöffnet. Jeder sieht, dass es den Anderen gibt und was er macht. Es wird Neugier, Interesse für den Anderen und dessen Arbeit, geweckt. Keiner muss sich hinter dicken Wänden und Türen verstecken, jeder ist seiner Arbeit wert. Das ist - aus unserer Sicht - gelebte Wertschätzung, Demokratie eben.
Großzügige Fensterflächen stellen nicht nur den Bezug zur Außenwelt her, sie sorgen auch für helle, natürlich belichtete Räume, Energieeinsparung und angenehme Arbeitsbedingungen. Man ist immer „in Kontakt“ mit der Natur, dem Wetter, der Umwelt. Diese beiden verglasten Innenhöfe, die für die natürliche Durchlüftung der anschließenden Werkstätten sorgen und den durchgehenden Flur untergliedern, stehen zusätzlich als Pausenfläche zur Verfügung.
Aus unseren positiven Erfahrungen im Schulhausbau haben wir auch hier den Anspruch des Entwurfes auf die Reduzierung von Materialien und Formen, sowie die daraus sprechende Ehrlichkeit im gesamten Gebäude umgesetzt. Materialien werden, wo immer möglich, in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit (zum Beispiel Sichtbeton und Spanplatten) an Wand, Boden und Decke verwendet. Lediglich in den Sanitärräumen werden aus hygienischen Gründen Fliesenbeläge eingesetzt. Die Reduzierung spart nicht nur Kosten, sie ergibt auch ein großzügiges Raumempfinden.