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Feuerwache in Bad Mergentheim

2014
Lph 1-8

Umbau und Erweiterung
Die Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr Bad Mergentheim, 1980 in den damaligen Neubau eingezogen, sind in den vergangenen 35 Jahren stark gestiegen, sodass die Stadt Bad Mergentheim 2008 beschlossen hat, das Gebäude um die notwendigen Räume zu erweitern und den Bestand den heutigen Anforderungen anzupassen.
Die besondere Lage, praktisch mitten in der Stadt, gleichzeitig auch an einer Bundesstraße gelegen, führte unter Berücksichtigung der Anforderungen an eine kreuzungsfreie An- und Abfahrt zu 4 unterschiedlichen Baukörpern, die klar gegliedert angeordnet wurden. Ein Quader mit 4 Fahrzeugboxen verlängert die vorhandene Fahrzeughalle, ein weiterer, zweigeschossiger Quader mit Schulungs- und Lagerräumen wurde vom Bestand auf der Südseite deutlich abgerückt und mit einem langestreckten, halbtransparenten und eingeschossigen Baukörper, welcher den Alarmeingang und die notwendigen Umkleideräume enthält, verbunden. Auf der Westseite markiert ein 12m hoher Feuerwehrübungsturm die Zu- und Abfahrt der Einsatzfahrzeuge.

Ausführung
Selbstverständlich war eine langfristig wirtschaftliche und damit kostengünstige Lösung das Ziel der Planung. Damit waren Baustoffe und Bauweisen gefragt, die dauerhaft und langlebig sind und möglichst von vielen – auch kleinen – Firmen ausgeführt werden können. Die Reduzierung von Materialien und der Verzicht auf „aufhübschendes, scheingemütliches“ Beiwerk hat ebenfalls zur Kostensenkung beigetragen. Aus diesem Grund sind alle Wände und Decken als Sichtbeton SB3 ausgeführt. Die Böden wurden als unbewehrter Industriebetonboden ausgeführt, was bei der Ausführung wegen der fertigen Oberfläche einen höheren logistischen Aufwand bedeutet hat. Wände und Böden wurden lediglich in Bereichen in denen es hygienisch erforderlich ist, wie Umkleide und Nassbereich, teilweise gefliest. Decken sind in den erforderlichen Bereichen mit Akustikplatten abgehängt worden. Als Türen und Fenster hat man ebenfalls auf eine robuste Ausführung gesetzt und nasslackierte Stahlelemente verwendet. Zur Schaffung von Transparenz und zur Minderung von Unfallrisiken sind die Türen - wo immer möglich - verglast worden. Türelemente mit Schichtstoffoberflächen zu den Sozialbereichen bringen wo nötig Intimität und gleichzeitig kleine Farbtupfer ins Spiel, wobei letztere mit der bauseitigen Einrichtung und den Materialien verstärkt wurden. Insbesondere im Umkleidebereich und den Werkstatträumen ist durch die Verwendung der Profilbauglaselmente mit eingeschobener, transluzenter Wärmedämmung eine gleichmäßige Grundhelligkeit vorhanden. Fensterelemente ermöglichen eine zusätzliche konventionelle Lüftung.

Außen
Während an der Hallenerweiterung und dem zweigeschossige Baukörper ein nichtbrennbares rein mineralisches Wärmedämmverbundsystem in unterschiedlichen Grautönen dominieren, hält der transluzente, grünweiß schimmernde Baukörper einerseits den Neubau auf gebührendem Abstand zum Bestand und verbindet andererseits alle Baukörper wieder miteinander. Alle Außenbauteile sind materialbedingt sehr langlebig. Das gilt natürlich auch für die Flachdächer und ist gerade dort sehr wichtig. Nichtbrennbar, sehr langlebig und sicher, war das Anforderungsprofil hierbei. Als Wärmedämmung wurde eine zweilagige, vollfugig und vollflächig geklebte Ausführung mit Schaumglas als Gefälledämmplatte verwendet. Die extensive Begrünung auf dem eingeschossigen Baukörper lässt einen von der dreiseitig geschützten Flachdachterrasse aus fast vergessen, dass man auf einem Dach ist. Der positive Nebeneffekt bezüglich der Einsparung von Regenwassergebühren wird gerne auch auf dem zweigeschossigen Baukörper „mitgenommen“ und verbessert gleichzeitig das Ökoklima.
Als Übungsturm wurde eine reine Sichtbetonkonstruktion ausgeführt, welche reduziert - aber selbstbewusst - den Standort Feuerwache zur Bundesstraße hin markiert.
Fast möchte man Feuerwehrmann/-frau sein um den Blick über die Dächer der Innenstadt genießen zu können. Aber, es ist ja in Wirklichkeit ein Arbeitsplatz!